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#16 Integrationsbestreben (Includer)

Du sorgst dafür, dass Menschen dazugehören.

Du achtest darauf, dass jeder seinen Platz findet

Integrationsbestreben (Includer), Domäne: Beziehungsaufbau (Relationship Building)

Auf einer Firmenveranstaltung stehen überall kleine Gruppen zusammen. Kollegen unterhalten sich, lachen und tauschen Neuigkeiten aus. Du bist mitten in einem Gespräch, als dir eine neue Kollegin auffällt. Sie steht allein an einem Stehtisch, schaut sich um und beschäftigt sich dann wieder mit ihrem Glas. „Entschuldigt mich kurz, ich bin gleich wieder da“, sagst du und gehst zu ihr. „Hallo! Schön, dass du da bist. Kennst du schon unsere Kollegen aus dem Marketing? Komm, ich stelle sie dir vor.“

Wenige Minuten später ist sie mitten im Gespräch, und du gehst zu deiner ursprünglichen Runde zurück. Für dich war das vielleicht eine Kleinigkeit. Für deine Kollegin könnte es der Moment gewesen sein, in dem sie sich zum ersten Mal willkommen gefühlt hat.

Wenn Integrationsbestreben (Includer) zu deinen stärksten Gallup-Talenten gehört, kommt dir das möglicherweise bekannt vor. Du bemerkst, wenn Menschen außen vor bleiben, und möchtest ihnen den Zugang zu einer Gruppe erleichtern. Dabei musst du selbst gar nicht im Mittelpunkt stehen. Dir ist wichtig, dass andere die Möglichkeit bekommen, dazuzugehören.



Das zeichnet dich aus

Dir fällt auf, wenn eine Kollegin in einer Besprechung kaum zu Wort kommt oder ein neuer Mitarbeiter in der Mittagspause immer allein sitzt.

Vielleicht fragst du dich: „Warum nehmen wir ihn nicht einfach mit?“ Für dich liegt das nahe. Andere bemerken solche Situationen womöglich gar nicht, weil ihre Aufmerksamkeit gerade woanders ist.

Du schaust genauer hin: Wer ist eingebunden? Wer hat noch keinen Anschluss gefunden? Vielleicht organisierst du gerne gemeinsame Aktivitäten oder achtest darauf, dass bei Entscheidungen die betroffenen Menschen gehört werden.

Es fällt dir möglicherweise leicht, neue Kollegen mit einer bestehenden Gruppe bekannt zu machen. Dafür musst du nicht mit jedem eng befreundet sein. Oft reicht dir das Wissen, dass jemand Zugang zur Gemeinschaft hat und sich beteiligen kann.

Zwischen „Wir kennen uns“ und „Du gehörst dazu“ liegt schließlich manchmal ein ziemlicher Unterschied.


Die Superkraft

Du erkennst, wenn Menschen außen vor bleiben, und schaffst Gelegenheiten, bei denen sie Anschluss finden und sich einbringen können. Ein Unternehmen stellt beispielsweise mehrere neue Mitarbeitende ein. Die fachliche Einarbeitung läuft gut: Alle bekommen ihre Unterlagen, Zugänge und Schulungen. Nach einigen Wochen fühlen sich manche trotzdem noch nicht als Teil des Teams. Sie kennen ihre Aufgaben, wissen aber kaum, wen sie ansprechen können. Beim Mittagessen bleiben sie unter sich, in Besprechungen sagen sie wenig.

Eine Mitarbeiterin mit ausgeprägtem Integrationsbestreben bemerkt das und schlägt vor, neue Kollegen stärker in bestehende Arbeitsgruppen einzubinden. Erfahrene Mitarbeitende könnten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, persönliche Einladungen den Einstieg in gemeinsame Aktivitäten erleichtern. Auch in Besprechungen achtet sie darauf, dass die neuen Kollegen Gelegenheit bekommen, ihre Sicht einzubringen. Mit der Zeit entstehen Kontakte, der Austausch wird selbstverständlicher und die neuen Mitarbeitenden finden ihren Platz.

Die Mitarbeiterin hat etwas erkannt, das bei einer gut organisierten Einarbeitung leicht übersehen wird: Wer im selben Unternehmen arbeitet, fühlt sich deshalb noch lange nicht zugehörig.


Typische Stärken

Menschen mit ausgeprägtem Integrationsbestreben können häufig besonders gut:

  • Menschen willkommen heißen und einbeziehen
  • Wahrnehmen, wenn jemand außen vor bleibt
  • Neue Kontakte innerhalb bestehender Gruppen ermöglichen
  • Zugehörigkeit und Gemeinschaft fördern
  • Unterschiedliche Menschen zusammenbringen
  • Darauf achten, dass verschiedene Perspektiven gehört werden
  • Neue Mitarbeitende in Teams integrieren
  • Eine offene und einladende Atmosphäre schaffen
  • Andere ermutigen, sich aktiv einzubringen

Diese Fähigkeiten helfen besonders dann, wenn neue Menschen zu einer bestehenden Gruppe kommen: bei der Einarbeitung, in bereichsübergreifenden Projekten oder nach einer Umstrukturierung.

Ein gemeinsamer Platz im Organigramm macht schließlich noch kein Team. Dafür braucht es Begegnungen, Vertrauen und Gelegenheiten, sich zu beteiligen. Menschen mit Integrationsbestreben haben häufig einen guten Blick dafür, wo diese noch fehlen.


Mögliche Schattenseiten

Dein Team möchte nach der Arbeit etwas trinken gehen. Du freust dich darauf, denkst aber gleich an zwei Mitarbeitende mit kleinen Kindern, die abends schwer teilnehmen können. Außerdem hat eine Kollegin im Homeoffice noch gar nichts von den Plänen mitbekommen.

Du möchtest einen Termin finden, an dem alle dabei sein können. Vielleicht früher anfangen? Einen anderen Tag wählen? Nach mehreren Vorschlägen wird die Planung immer komplizierter. Schließlich sagt ein Kollege: „Wir werden nie einen Termin finden, an dem wirklich alle können.“

Das auszuhalten, kann dir schwerfallen. Dabei macht es einen Unterschied, ob jemand bewusst ausgeschlossen wird oder aus persönlichen beziehungsweise praktischen Gründen nicht teilnehmen kann.

Eine weitere Herausforderung entsteht, wenn du Menschen einbeziehen möchtest, die gerade lieber für sich wären. Du lädst eine Kollegin immer wieder zum Mittagessen ein, weil du nicht möchtest, dass sie sich ausgeschlossen fühlt. Sie lehnt freundlich ab, und du fragst dich, ob sie vielleicht doch einsam ist. Möglicherweise genießt sie einfach ihre ruhige Mittagspause.

Dein Wunsch nach Zugehörigkeit kann dazu führen, dass du die Wünsche und Grenzen anderer übersiehst.

Menschen brauchen unterschiedlich viel Gemeinschaft und dürfen selbst entscheiden, wann sie dabei sein möchten. Eine Einladung lässt deshalb auch Raum für ein freundliches Nein.


Führung mit diesem Talent

Als Führungskraft mit Integrationsbestreben achtest du vermutlich darauf, dass alle Mitarbeitenden Zugang zum Team finden und ihre Sicht einbringen können.

Du bemerkst, wenn neue Kollegen noch keinen Anschluss haben oder in Besprechungen immer dieselben Personen reden.

Dieses Gespür kann deinem Team helfen, respektvoller und offener zusammenzuarbeiten. Drei Mitarbeitende diskutieren beispielsweise intensiv, während zwei andere bisher kaum etwas gesagt haben. Du fragst: „Wir haben schon einige Perspektiven gehört. Welche Gedanken sind bisher noch nicht zur Sprache gekommen?“ Vielleicht kommt dadurch eine neue Idee auf oder jemand äußert einen wichtigen Einwand. Achte dabei darauf, Beteiligung nicht daran zu messen, wie viel jemand spricht.

Manche Menschen möchten erst nachdenken, bevor sie vor einer Gruppe antworten. Andere geben ihre Rückmeldung lieber schriftlich. Deine Aufgabe ist es, passende Möglichkeiten dafür zu schaffen. Nicht alle müssen sich auf dieselbe Weise beteiligen, um einen wertvollen Beitrag zu leisten.


Mitarbeitende mit diesem Talent führen

Eine Mitarbeiterin mit ausgeprägtem Integrationsbestreben findet vielleicht schnell einen Zugang zu neuen Kollegen und bringt sie mit anderen ins Gespräch. Sie bemerkt möglicherweise früher als andere, wenn jemand noch nicht richtig eingebunden ist.

Frage sie, ob sie bei der Gestaltung der Einarbeitung mitwirken möchte, oder bitte sie um ihre Beobachtungen zur Zusammenarbeit. Übertrage ihr aber nicht die gesamte Verantwortung für das soziale Miteinander. Ein respektvoller Umgang und die Einbindung neuer Mitarbeitender gehen das ganze Team an. Als Führungskraft bleibst du dafür mitverantwortlich.

Außerdem möchte nicht jeder Mensch mit diesem Talent sämtliche Teamveranstaltungen organisieren.

Vielleicht liegt ihre Stärke eher in kleinen Begegnungen im Alltag: Sie stellt jemanden vor, lädt einen Kollegen zum Gespräch ein oder bemerkt, wer eine Information noch nicht erhalten hat. Findet gemeinsam heraus, wie sie ihr Talent gerne einsetzen möchte.


Zusammenarbeit im Team

Zwei Abteilungen werden zusammengelegt und sollen künftig gemeinsam an Projekten arbeiten. Auf dem Papier steht die neue Organisation bereits. Im Alltag bleiben die bisherigen Gruppen jedoch weitgehend unter sich. Beim Mittagessen sitzen dieselben Kollegen zusammen, und in Besprechungen bilden sich immer wieder die alten Lager.

Eine Mitarbeiterin mit Integrationsbestreben bemerkt das. Sie regt an, Projektgruppen bewusst zu mischen, und organisiert einen Austausch, bei dem die Mitarbeitenden mehr über die Aufgaben der anderen erfahren. Dabei entstehen Gespräche, die es vorher kaum gab. Zwei Kollegen entdecken gemeinsame Interessen. Eine Mitarbeiterin erfährt, dass jemand aus der anderen Abteilung bereits Erfahrung mit ihrem aktuellen Problem hat. Nach und nach werden aus bisher fremden Kollegen vertraute Ansprechpartner.

Niemand muss dafür mit allen eng befreundet sein oder seine Eigenheiten aufgeben. Es reicht zunächst, einander kennenzulernen und gemeinsam arbeiten zu können.

Menschen mit Integrationsbestreben können solche Begegnungen anstoßen und helfen, die Grenzen zwischen bestehenden Gruppen durchlässiger zu machen.


Kommunikation

„Wen sollten wir noch einbeziehen?“, „Haben wir alle informiert?“, „Möchtest du dazukommen?“ oder „Wessen Perspektive fehlt uns noch?“ Solche Fragen stellst du vielleicht ganz selbstverständlich. Sie können verhindern, dass Menschen übersehen werden.

Manchmal empfinden andere deinen Wunsch nach Beteiligung allerdings als zusätzlichen Aufwand.

Ein kleines Projektteam möchte beispielsweise schnell entscheiden, und du schlägst vor, weitere Kollegen einzuladen, weil deren Aufgaben betroffen sein könnten. Das kann sinnvoll sein.

Vielleicht genügt aber auch eine kurze Rückfrage oder eine rechtzeitige Information. Überlege deshalb, wer tatsächlich an der Entscheidung mitwirken sollte und wer über das Ergebnis Bescheid wissen muss.

Nicht jede Entscheidung braucht eine große Runde. Die Interessen der wesentlich betroffenen Menschen sollten trotzdem berücksichtigt werden.

Wer braucht wann welche Information, und wie kann eine passende Beteiligung aussehen? Diese Fragen helfen dir, deinen Wunsch nach Einbindung im Arbeitsalltag umzusetzen.


Typische Missverständnisse

„Du möchtest immer alle dabeihaben.“

Menschen mit Integrationsbestreben achten darauf, dass andere nicht ausgeschlossen werden. Das heißt nicht, dass sie jede Person zu jeder Aktivität einladen wollen. Oft ist ihnen wichtig, dass es eine faire Möglichkeit zur Teilnahme gibt.


„Du kannst nicht akzeptieren, wenn jemand lieber allein ist.“

Ein ausgeprägtes Interesse an Zugehörigkeit schließt Verständnis für Rückzug nicht aus. Auch Menschen mit diesem Talent können respektieren, dass jemand Zeit für sich braucht.


„Du möchtest, dass alle gleich sind.“

Gerade unterschiedliche Hintergründe, Erfahrungen und Sichtweisen können für Menschen mit Integrationsbestreben selbstverständlich dazugehören.


„Du bist automatisch besonders kontaktfreudig.“

Es muss dir nicht darum gehen, ständig neue Menschen kennenzulernen. Vielleicht gehst du vor allem deshalb auf jemanden zu, weil du bemerkst, dass die Person noch keinen Anschluss hat.


„Du bist für die gute Stimmung im Team verantwortlich.“

Du kannst eine einladende Atmosphäre fördern. Für den respektvollen Umgang miteinander tragen jedoch alle Beteiligten Verantwortung.


Stressauslöser

Menschen mit ausgeprägtem Integrationsbestreben kann es belasten, wenn andere übergangen oder bewusst ausgeschlossen werden.

Mögliche Stressauslöser sind:

  • Bestehende Gruppen, die neue Menschen nur schwer aufnehmen
  • Mitarbeitende, die bei wichtigen Informationen übergangen werden
  • Situationen, in denen einzelne Personen systematisch ausgeschlossen werden
  • Ein Arbeitsumfeld mit starkem Gruppendenken
  • Entscheidungen, bei denen betroffene Menschen keine Möglichkeit zur Beteiligung bekommen
  • Abwertende Bemerkungen über Menschen, die anders sind
  • Neue Kollegen, die kaum Unterstützung beim Ankommen erhalten
  • Das Gefühl, dass Zugehörigkeit und Gemeinschaft wenig Bedeutung haben

Besonders schwer kann es dir fallen, wenn jemand wegen seiner Herkunft, Erfahrung, Persönlichkeit oder Position ausgeschlossen wird. Du möchtest, dass unterschiedliche Menschen ihren Platz finden können.

Gleichzeitig lohnt es sich, genau hinzuschauen, bevor du eine getrennte Gruppe als Ausgrenzung deutest. Kleinere Runden entstehen auch durch gemeinsame Aufgaben oder Interessen. Und manchmal möchten Menschen einfach etwas Zeit für sich verbringen.


So führst du jemanden mit diesem Talent

Würdige konkret, wenn dein Mitarbeiter jemanden einbezieht, der bisher wenig Anschluss hatte, oder den Kontakt zwischen verschiedenen Gruppen erleichtert.

Gib ihm passende Aufgaben, etwa in der Einarbeitung oder in Projekten, in denen bisher getrennte Bereiche zusammenarbeiten sollen.

Achte darauf, dass dafür Zeit vorgesehen ist und seine eigenen Aufgaben und Ziele nicht untergehen. Er sollte nicht dauerhaft für das Ankommen aller anderen zuständig sein.

Besprecht außerdem, wann Beteiligung nötig ist und wann eine Information ausreicht.

Nicht jede Entscheidung muss gemeinsam getroffen werden, manche müssen direkt gefällt werden.

Wenn Zuständigkeiten und Informationswege klar sind, kann dein Mitarbeiter sein Talent gezielt einsetzen: Er hilft Menschen, Anschluss zu finden und sich zu beteiligen, ohne dass jede Abstimmung größer werden muss.


Reflexionsübung

Übung: Wer gehört wirklich dazu?

Denke an ein Team oder eine Gruppe, mit der du regelmäßig zusammenarbeitest. Das kann dein eigenes Team, eine Projektgruppe oder eine größere Abteilung sein.

Nimm dir einige Minuten für die folgenden Fragen:

1. Wer ist in dieser Gruppe besonders gut eingebunden?

Vielleicht gibt es Menschen, die viele Kontakte haben und sich ganz selbstverständlich beteiligen.

2. Wer könnte sich weniger zugehörig fühlen?

Denke an neue Kollegen, zurückhaltende Mitarbeitende oder Personen, die selten an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen.

3. Woran mache ich diese Vermutung fest?

Halte fest, was du konkret beobachtet hast.

4. Habe ich die betreffenden Menschen gefragt, wie sie ihre Situation erleben?

Vielleicht fühlen sie sich ausgeschlossen. Vielleicht sind sie mit ihren Kontakten und ihrer Beteiligung aber auch zufrieden.

5. Was könnte ich tun, um eine faire Möglichkeit zur Beteiligung zu schaffen?

Manchmal reicht eine persönliche Einladung. In anderen Fällen hilft eine andere Form, sich einzubringen.

Mit dieser Übung prüfst du, ob alle Zugang zur Gemeinschaft haben. Wie intensiv jemand diesen nutzen möchte, bleibt eine persönliche Entscheidung. Zugehörigkeit bedeutet, willkommen zu sein und respektiert zu werden, auch wenn man nicht bei allem mitmacht.


Praxisbeispiel

Ein Unternehmen stellt mehrere neue Mitarbeitende ein. Die fachliche Einarbeitung ist gut vorbereitet: Unterlagen, Zugänge und Einführungen in die wichtigsten Prozesse stehen bereit.

Einer erfahrenen Mitarbeiterin mit Integrationsbestreben fällt jedoch auf, dass die neuen Kollegen im Alltag wenig Kontakt zum bestehenden Team haben. Sie beteiligen sich kaum an Besprechungen, bleiben in den Pausen unter sich und werden bei informellen Gesprächen manchmal übersehen.

Die Mitarbeiterin spricht ihre Beobachtungen bei der Führungskraft an. Gemeinsam überlegen sie, wie sich der Einstieg erleichtern lässt. Jeder neue Mitarbeiter bekommt einen erfahrenen Ansprechpartner. In den Projektgruppen arbeiten neue und langjährige Kollegen regelmäßig zusammen. Die Führungskraft schafft in Besprechungen Raum für Fragen und lädt dazu ein, auch einen frischen Blick auf gewohnte Abläufe einzubringen.

Einige Wochen später beteiligen sich die neuen Kollegen aktiver. Sie wissen, wen sie ansprechen können, und haben Kontakte über ihre anfängliche Gruppe hinaus geknüpft.

Die Mitarbeiterin freut sich, dass sie zunehmend ihren Platz finden. Ihr aufmerksamer Blick hat dazu beigetragen, dass sich die neuen Kollegen im Arbeitsalltag willkommen fühlen und mitarbeiten können.


Woran erkennst du dieses Talent in den ersten fünf Minuten eines Gesprächs?

Vielleicht achtet dein Gegenüber darauf, wer am Gespräch beteiligt ist, oder fragt von sich aus, ob jemand fehlt.

Typische Aussagen könnten sein:

  • „Haben wir alle eingeladen?“
  • „Jeder sollte die Möglichkeit haben, dazuzugehören“
  • „Komm doch dazu“
  • „Wir sollten die neuen Kollegen nicht vergessen“
  • „Mir ist wichtig, dass niemand außen vor bleibt.“

Möglicherweise geht die Person gezielt auf Menschen zu, die bisher wenig Kontakt zur Gruppe haben. Freundlichkeit und Offenheit allein lassen allerdings noch keinen Rückschluss auf das Talentprofil zu. Vielleicht gehört es zur beruflichen Aufgabe, neue Kollegen zu begrüßen, oder persönliche Erfahrungen haben den Blick für Zugehörigkeit geschärft.

Achte deshalb darauf, ob jemand ganz selbstverständlich wahrnimmt, wer bereits eingebunden ist und wer noch am Rand steht. Das kann ein Hinweis sein, ersetzt aber keine fundierte Talentanalyse.


Achtung, Verwechslungsgefahr!

Integrationsbestreben (Includer) oder Kontaktfreudigkeit (Woo - winning others over)

Beide Talente können dazu führen, dass jemand offen auf andere zugeht. Dahinter können jedoch verschiedene Beweggründe stehen.

Menschen mit Integrationsbestreben möchten häufig erreichen, dass andere Anschluss finden und dazugehören können.

Menschen mit Kontaktfreudigkeit haben oft Freude daran, neue Menschen kennenzulernen und schnell eine erste Verbindung herzustellen.

Auf einer Firmenveranstaltung steht beispielsweise eine neue Kollegin allein am Rand. Die Mitarbeiterin mit Integrationsbestreben denkt: „Sie kennt hier wahrscheinlich noch niemanden. Ich möchte, dass sie sich willkommen fühlt.“ Der Kollege mit Kontaktfreudigkeit denkt: „Ein neues Gesicht! Da gehe ich gleich hin und lerne sie kennen.“

Beide sprechen die Kollegin an, möglicherweise aber aus unterschiedlichen Gründen.

Merksatz: Integrationsbestreben möchte Menschen einbeziehen. Kontaktfreudigkeit hat Freude daran, neue Menschen kennenzulernen.

Sind beide Talente stark ausgeprägt, können sich die Freude an neuen Kontakten und der Wunsch, andere willkommen zu heißen, gut ergänzen.


Besonders wirkungsvoll im Zusammenspiel mit ...

Wie du Integrationsbestreben im Alltag einsetzt, hängt auch von deinen anderen Talenten ab.

  • Integrationsbestreben + Einfühlungsvermögen (Empathy): Du achtest darauf, dass niemand ausgeschlossen wird, und hast zugleich ein Gespür dafür, wie sich Menschen in der jeweiligen Situation fühlen.
  • Integrationsbestreben + Kontaktfreudigkeit (Woo): Du möchtest andere einbeziehen und knüpfst gerne neue Kontakte. Das kann dir helfen, wenn du Gruppen oder Netzwerke aufbaust.
  • Integrationsbestreben + Einzelwahrnehmung (Individualization): Du heißt Menschen willkommen und berücksichtigst dabei, dass sie unterschiedliche Bedürfnisse haben und sich auf verschiedene Weise beteiligen möchten.
  • Integrationsbestreben + Kommunikationsfähigkeit (Communication): Du lädst andere ein, sich einzubringen, und kannst deine Einladung möglicherweise besonders verständlich und ansprechend formulieren.
  • Integrationsbestreben + Verbundenheit (Connectedness): Du möchtest Menschen einbeziehen und empfindest zugleich, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind.

Diese Beispiele beschreiben keine festen Persönlichkeitstypen. Wie sich die Kombinationen zeigen, hängt vom gesamten Talentprofil, den Erfahrungen und der jeweiligen Situation ab.



Leadership-Leitsatz

„Du bemerkst, wer noch am Rand steht, und öffnest die Tür zur Gemeinschaft. Als Führungskraft schaffst du Möglichkeiten zur Beteiligung und respektierst, wie jemand sie nutzen möchte.“

Porträt von Sandra Turner

Sandra Turner

Über die Autorin

Sandra Turner ist zertifizierte Gallup-Stärkencoachin, Leadership- und Teamcoach, Trainerin und Wirtschaftsmediatorin.

Sie begleitet Menschen dabei, ihre Talente zu entdecken, ihre persönliche Kombination zu verstehen und daraus echte Stärken zu entwickeln.