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#23 Kontaktfreudigkeit (Woo - winning others over)

Du siehst in Fremden neue Freunde.

Du gehst allein zur Veranstaltung und kennst beim Gehen den halben Saal

Kontaktfreudigkeit (Woo - winning others over = andere für sich gewinnen), Domäne: Einflussnahme (Influencing)

Mittagspause auf einer Konferenz. Überall stehen kleine Gruppen zusammen, einige Teilnehmende schauen auf ihr Handy. Du holst dir einen Kaffee und entdeckst jemanden allein an einem Stehtisch. Du gehst hin, stellst dich vor und fragst, was die Person heute hierhergeführt hat. Wenige Minuten später tauscht ihr Erfahrungen aus und entdeckt gemeinsame berufliche Themen. Als jemand dazukommt, beziehst du die Person ins Gespräch ein. Bald stehen fünf Menschen zusammen, die sich vor zehn Minuten noch nicht kannten. Für dich war das ein gelungener Teil der Veranstaltung, und du freust dich schon auf die nächsten Begegnungen.

Wenn Kontaktfreudigkeit (Woo) zu deinen stärksten Gallup-Talenten gehört, erkennst du dich darin vielleicht wieder.

WOO steht für „Winning Others Over“. Auf Deutsch bedeutet das sinngemäß „andere für sich gewinnen“. Gallup nennt dieses Talent „Kontaktfreudigkeit“.

Gemeint ist die Freude daran, auf unbekannte Menschen zuzugehen, das Eis zu brechen und einen ersten persönlichen Kontakt herzustellen. Vielleicht genießt du genau diesen Moment, in dem aus zwei Fremden plötzlich Gesprächspartner werden.


Das zeichnet dich aus

Wenn du zu einer Veranstaltung kommst, auf der du niemanden kennst, macht dich das möglicherweise vor allem neugierig. Wer ist hier? Welche Erfahrungen bringen die anderen mit? Mit wem könnte sich ein interessantes Gespräch ergeben?

Ein Einstieg fällt dir meist schnell ein. Im Seminar fragst du deinen Sitznachbarn nach seinen bisherigen Erfahrungen mit dem Thema, und schon seid ihr im Austausch. In der nächsten Pause kennst du mehrere Teilnehmende, ohne dir dafür einen besonderen Plan gemacht zu haben.

Du stellst Fragen, entdeckst Gemeinsamkeiten und schaffst häufig schnell eine freundliche Atmosphäre. Dabei muss aus einer Begegnung nicht sofort eine enge Beziehung entstehen. Manchmal hast du etwas Interessantes erfahren, eine neue Idee mitgenommen oder einfach ein angenehmes Gespräch geführt. Das allein kann für dich schon Grund genug sein, jemanden anzusprechen.

Der erste Kontakt ist für dich oft ein reizvoller Teil der Begegnung.


Die Superkraft

Du kannst Kontakte herstellen, aus denen sich neue Möglichkeiten ergeben.

Ein Unternehmen möchte beispielsweise Geschäftspartner gewinnen. Das Angebot überzeugt fachlich, ist aber bisher wenig bekannt.

Ein Mitarbeiter mit ausgeprägter Kontaktfreudigkeit besucht Veranstaltungen und spricht mit potenziellen Partnern. Er interessiert sich dafür, womit sie sich beschäftigen, welche Herausforderungen sie haben und wo gemeinsame Interessen liegen könnten. Dabei muss nicht jedes Gespräch sofort zu einem Auftrag führen. Manche Begegnungen bleiben ein netter Austausch, andere führen zu Empfehlungen, weiteren Gesprächen oder einer Kooperation. Für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung braucht es anschließend Fachwissen, Verlässlichkeit und weitere Fähigkeiten.

Der Mitarbeiter hat jedoch einen entscheidenden Anfang ermöglicht: Die Menschen sind miteinander ins Gespräch gekommen.

Du erleichterst diesen ersten Schritt und schaffst Verbindungen, die sonst vielleicht nie entstanden wären.


Typische Stärken

Menschen mit ausgeprägter Kontaktfreudigkeit können häufig besonders gut:

  • Auf unbekannte Menschen zugehen
  • Schnell Gespräche beginnen
  • Neue Kontakte knüpfen
  • Andere Menschen für sich gewinnen
  • Eine offene und einladende Atmosphäre schaffen
  • Menschen miteinander bekannt machen
  • Neue Netzwerke aufbauen
  • Bei Veranstaltungen Kontakte herstellen
  • Den ersten Schritt in einer neuen Beziehung erleichtern

Dieses Talent kann besonders hilfreich sein, wenn Menschen erstmals miteinander in Kontakt kommen sollen: im Vertrieb, bei der Kundenakquise, auf Veranstaltungen, beim Netzwerken oder beim Kennenlernen neuer Teammitglieder. Manchmal beginnt eine wichtige Zusammenarbeit tatsächlich mit einer einfachen Frage: „Hallo, kennen wir uns eigentlich schon?“


Mögliche Schattenseiten

Du unterhältst dich auf einer Veranstaltung gerade angeregt mit einer Kollegin, als du auf der anderen Seite des Raums jemanden entdeckst, den du unbedingt kennenlernen möchtest. Du verabschiedest dich freundlich, versprichst, in Kontakt zu bleiben, und gehst weiter.

Für dich war es eine schöne Begegnung. Deine Gesprächspartnerin hatte dagegen gerade das Gefühl, dass euer Austausch erst richtig interessant wurde. Vielleicht bleibt bei ihr der Eindruck zurück, dass du schon nach der nächsten Gelegenheit gesucht hast.

Der Reiz neuer Begegnungen kann dazu führen, dass du einzelnen Gesprächen oder bestehenden Kontakten wenig Zeit gibst.

Auch der Wunsch, andere für dich zu gewinnen, kann anstrengend werden, wenn dich eine zurückhaltende Reaktion stark beschäftigt. Manche Menschen brauchen einfach länger, andere möchten gerade kein Gespräch führen.

Das darfst du respektieren, ohne es persönlich zu nehmen. Eine weitere Herausforderung wartet nach der Veranstaltung: Zwanzig neue Kontakte sind schnell geknüpft, doch zwei Wochen später hast du dich womöglich bei niemandem gemeldet.

Entscheide bewusst, welche Begegnungen du weiterführen möchtest, und halte ein, was du zugesagt hast.

Aus jedem Gespräch muss keine Freundschaft werden. Wer mit dir einen nächsten Schritt vereinbart hat, sollte sich aber darauf verlassen können.


Führung mit diesem Talent

Als Führungskraft fällt es dir vielleicht leicht, Kontakte über das eigene Team hinaus aufzubauen. Du sprichst mit Mitarbeitenden, lernst Kollegen aus anderen Bereichen kennen und weißt häufig, wen du bei einer bestimmten Frage ansprechen kannst.

Das kann die Zusammenarbeit erleichtern. Dein Team benötigt beispielsweise Unterstützung aus einer Abteilung, mit der bisher fast ausschließlich per E-Mail kommuniziert wurde. Die Abstimmung läuft schleppend, persönliche Kontakte fehlen.

Du suchst das Gespräch mit der zuständigen Führungskraft. Dabei entdeckt ihr gemeinsame Ziele und lernt die jeweiligen Anforderungen besser kennen. Die fachlichen Probleme sind damit noch nicht gelöst, aber die persönliche Verbindung macht weitere Gespräche leichter.

Achte gleichzeitig darauf, innerhalb deines Teams auch zurückhaltenden Menschen Aufmerksamkeit zu geben. Mit gesprächigen Kollegen ergibt sich der Austausch oft von selbst. Andere suchen ihn seltener, obwohl sie wichtige Gedanken und Erfahrungen beitragen könnten.

Deine Offenheit wird besonders wertvoll, wenn du unterschiedliche Wege findest, mit deinen Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen.


Mitarbeitende mit diesem Talent führen

Ein Mitarbeiter mit ausgeprägter Kontaktfreudigkeit übernimmt möglicherweise gerne Aufgaben, bei denen er neue Menschen kennenlernt. Das können erste Kundengespräche, Veranstaltungen oder die Kontaktaufnahme mit möglichen Kooperationspartnern sein.

Gib ihm Gelegenheit, diese Freude sinnvoll einzusetzen. Prüfe dabei gemeinsam mit ihm, welche Teile der Aufgabe ihm tatsächlich liegen. Vielleicht beginnt er mühelos Gespräche, während die regelmäßige Betreuung bestehender Kunden weniger reizvoll für ihn ist. Das ist kein Widerspruch, und es gilt auch nicht automatisch für jeden Menschen mit diesem Talent.

Es lohnt sich, Kontaktanbahnung und langfristige Beziehungspflege als unterschiedliche Aufgaben zu betrachten. Im Team können sich die Fähigkeiten ergänzen: Eine Person stellt neue Kontakte her, eine andere vertieft die Zusammenarbeit und eine dritte sorgt für zuverlässige Abläufe. Entscheidend ist, dass Verantwortlichkeiten und Übergaben klar geregelt sind.


Zusammenarbeit im Team

Eine große Kundenveranstaltung steht an. Die Inhalte sind vorbereitet, die Technik funktioniert und die Präsentationen sind fertig. Beim Eintreffen der Gäste zeigt sich, dass manche bereits gut vernetzt sind, während andere zunächst allein im Raum stehen.

Eine Mitarbeiterin mit Kontaktfreudigkeit begrüßt sie, beginnt Gespräche und stellt Menschen einander vor, deren Themen zusammenpassen könnten. Dadurch ergeben sich neue Begegnungen, und die Veranstaltung bekommt eine offene Atmosphäre.

Ihr Beitrag ergänzt die organisatorische und fachliche Vorbereitung des Teams. Gleichzeitig ist Fingerspitzengefühl gefragt. Einige Gäste möchten erst in Ruhe ankommen, andere fühlen sich in kleinen Gesprächen wohler oder entscheiden gerne selbst, wann sie jemanden ansprechen.

Wenn du diese Unterschiede beachtest, kannst du Kontakte ermöglichen, ohne jemanden zu drängen. Eine Einladung zum Gespräch darf auch ausgeschlagen werden.


Kommunikation

Ein Gesprächseinstieg ergibt sich für dich vielleicht ganz selbstverständlich:

  • „Wie bist du zu diesem Thema gekommen?“
  • „Kennst du hier schon jemanden?“
  • „Was hat dich heute besonders interessiert?“

Mit solchen Fragen entdeckst du Gemeinsamkeiten und gibst deinem Gegenüber die Möglichkeit, etwas von sich zu erzählen.

Achte dabei auf die Reaktionen. Knappe Antworten müssen nicht bedeuten, dass die Person dich unsympathisch findet. Vielleicht ist sie müde, denkt noch über den letzten Vortrag nach oder braucht etwas Zeit, um aufzutauen. Manchmal möchte sie einfach ihre Pause genießen.

Du musst dann nicht immer noch eine neue Frage finden. Ein freundlicher Abschluss kann genauso passend sein.

Ein guter erster Kontakt entsteht, wenn beide sich mit dem Gespräch wohlfühlen und dessen Tempo mitbestimmen können.


Typische Missverständnisse

„Du bist einfach nur extrovertiert.“

Die Freude an neuen Kontakten bedeutet nicht, dass du in jeder Situation besonders laut oder gesellig bist.


„Du möchtest mit jedem befreundet sein.“

Du kannst eine Begegnung genießen, ohne daraus eine enge Beziehung machen zu wollen.


„Du bist oberflächlich.“

Viele Menschen kennenzulernen schließt tiefe, vertrauensvolle Beziehungen nicht aus.


„Du möchtest immer beliebt sein.“

Andere für dich zu gewinnen kann dir Freude machen. Daraus folgt nicht, dass du jede Entscheidung von ihrer Zustimmung abhängig machst.


„Du bist automatisch ein guter Verkäufer.“

Dein Talent kann den Einstieg in Kundengespräche erleichtern. Erfolgreicher Vertrieb braucht darüber hinaus Fachwissen, eine gute Bedarfsermittlung, Verhandlungskompetenz und Verlässlichkeit.


Stressauslöser

Wenn du über längere Zeit kaum Gelegenheit hast, neue Menschen kennenzulernen oder dich persönlich auszutauschen, kann dir etwas Wichtiges fehlen. Mögliche Stressauslöser sind:

  • Sehr isolierte Arbeitsbedingungen
  • Kaum Möglichkeiten für persönlichen Austausch
  • Ausschließlich wiederkehrende Kontakte ohne neue Begegnungen
  • Ein Arbeitsumfeld, in dem spontane Gespräche unerwünscht sind
  • Veranstaltungen ohne Gelegenheit zum Netzwerken
  • Sehr starre Kommunikationswege
  • Fehlende Möglichkeiten, neue Beziehungen aufzubauen
  • Das Gefühl, andere Menschen nur über formelle Prozesse erreichen zu können

Besonders frustrierend kann es sein, wenn du interessante Kontaktmöglichkeiten siehst, sie aber nicht nutzen darfst. Gleichzeitig gehören konzentrierte Einzelarbeit und die Pflege bestehender Beziehungen ebenfalls zum Berufsalltag. Es hilft, beiden Seiten bewusst Raum zu geben: neuen Begegnungen und den Aufgaben, die anschließend daraus entstehen.


So führst du jemanden mit diesem Talent

Übertrage Aufgaben, bei denen neue Kontakte einen konkreten Nutzen haben, etwa auf Veranstaltungen, in der Ansprache potenzieller Kunden oder beim Kennenlernen externer Partner.

Vereinbart vorab, was erreicht werden soll. Geht es zunächst darum, das Unternehmen bekannt zu machen, oder sollen konkrete Folgegespräche und Kooperationen entstehen?

Eine hohe Zahl neuer Kontakte sagt allein noch wenig über das Ergebnis aus.

Unterstütze deinen Mitarbeiter deshalb bei der Nachbereitung.

  • Welche Gespräche waren relevant?
  • Was wurde vereinbart?
  • Wer übernimmt den nächsten Schritt?

Eine einfache Struktur kann helfen, aus einem guten Einstieg eine verlässliche Zusammenarbeit zu entwickeln.

Achte außerdem darauf, repräsentative Aufgaben nicht automatisch immer derselben Person zu geben. Auch andere Mitarbeitende möchten vielleicht Kunden kennenlernen oder das Unternehmen nach außen vertreten.

Dein Mitarbeiter kann seine Kontaktfreudigkeit dabei nutzen, Kollegen einzubeziehen und ihnen den Einstieg zu erleichtern.


Reflexionsübung

Übung: Aus einer Begegnung eine Möglichkeit machen.

Denke an drei Menschen, die du in den vergangenen Wochen neu kennengelernt hast, beispielsweise auf einer Veranstaltung, in einem Seminar oder über einen beruflichen Kontakt.

Nimm dir ein paar Minuten Zeit für diese Fragen:

1. Was hat mich an diesen Menschen besonders interessiert?

Vielleicht waren es ihre Erfahrungen, Ideen oder beruflichen Aufgaben.

2. Wie ist der Kontakt entstanden?

Hast du das Gespräch begonnen oder hat sich die Begegnung zufällig ergeben?

3. Welche gemeinsamen Interessen oder Themen gab es?

Vielleicht beschäftigen euch ähnliche Herausforderungen oder eure Fähigkeiten könnten sich ergänzen.

4. Welche dieser Kontakte möchte ich gerne vertiefen?

Du musst nicht jede Begegnung weiterführen. Überlege, bei welchen du gerne anknüpfen würdest.

5. Was wäre ein sinnvoller nächster Schritt?

Das könnte eine kurze Nachricht, ein persönliches Gespräch oder eine Einladung zum weiteren Austausch sein.

Mit dieser Übung kannst du bewusster entscheiden, welchen Kontakten du Zeit geben möchtest. Eine wertvolle Zusammenarbeit kann mit einem einzigen Gespräch beginnen, braucht danach aber weitere Aufmerksamkeit.


Praxisbeispiel

Ein mittelständisches Unternehmen möchte neue Kunden gewinnen. Die bestehenden Kundenbeziehungen sind stabil und die Produkte überzeugen, doch in neuen Märkten ist das Unternehmen kaum bekannt.

Eine Mitarbeiterin mit ausgeprägter Kontaktfreudigkeit übernimmt die erste Ansprache potenzieller Geschäftspartner. Sie besucht Fachveranstaltungen und kommt mit Menschen ins Gespräch, die bisher keinen Kontakt zum Unternehmen hatten. Dabei interessiert sie sich für deren Aufgaben und Herausforderungen, stellt Fragen und entdeckt gemeinsame Themen.

Nach einigen Wochen bespricht sie mit ihren Kollegen, welche Kontakte weiterverfolgt werden sollen. Bei einigen lohnt sich ein weiterer Termin, bei anderen passt eine Zusammenarbeit derzeit nicht. Aus einer der Begegnungen entwickelt sich schließlich eine vielversprechende Kooperation.

Die Mitarbeiterin freut sich sowohl über die geschäftliche Möglichkeit als auch darüber, dass sie die beiden Unternehmen miteinander ins Gespräch gebracht hat. Ihr Talent hat den Anfang erleichtert. Die weitere Zusammenarbeit entsteht durch die ergänzenden Beiträge des Teams.


Woran erkennst du dieses Talent in den ersten fünf Minuten eines Gesprächs?

Vielleicht spricht dich jemand ganz selbstverständlich an, stellt interessiert Fragen und schafft schnell eine freundliche Atmosphäre.

Aussagen wie „Wir kennen uns noch gar nicht“, „Ich lerne gerne neue Menschen kennen“ oder „Euch beide sollte ich einmal miteinander bekannt machen“ können Hinweise sein.

Möglicherweise erzählt die Person auch begeistert von Begegnungen, die sich auf Veranstaltungen ergeben haben.

Daraus allein lässt sich das Talent allerdings nicht sicher ableiten. Berufliche Erfahrung kann ebenfalls dazu beitragen, dass jemand mühelos Kontakte knüpft.

Manche Menschen übernehmen gerade eine Gastgeberrolle oder haben gelernt, auf Veranstaltungen offen auf andere zuzugehen. Interessant ist deshalb, ob sich die Freude am Kennenlernen wiederholt zeigt und die Person den ersten Kontakt von sich aus sucht. Solche Beobachtungen helfen beim Kennenlernen, ersetzen aber keine fundierte Talentanalyse.


Achtung, Verwechslungsgefahr!

Kontaktfreudigkeit (Woo) oder Bindungsfähigkeit (Relator)

Bei beiden Talenten spielen Beziehungen eine Rolle, Gallup ordnet sie jedoch unterschiedlichen Domänen zu. Kontaktfreudigkeit gehört zur Einflussnahme, Bindungsfähigkeit zum Beziehungsaufbau.

Menschen mit Kontaktfreudigkeit genießen häufig besonders das Kennenlernen und den ersten persönlichen Zugang.

Personen mit Bindungsfähigkeit schätzen vor allem die Nähe und das Vertrauen, die in gewachsenen Beziehungen entstehen.

Auf einer Fachkonferenz freut sich eine Kollegin mit Kontaktfreudigkeit vielleicht besonders auf die Menschen, denen sie erstmals begegnen wird. Ihr Kollege mit Bindungsfähigkeit freut sich vor allem darauf, zwei langjährige Geschäftspartner wiederzusehen und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Beide können Beziehungen sehr wertschätzen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Merksatz: Kontaktfreudigkeit findet Freude am ersten Kontakt. Bindungsfähigkeit findet Freude an vertrauter Nähe.

Sind beide Talente stark ausgeprägt, können sich die Offenheit für neue Begegnungen und der Wunsch, ausgewählte Beziehungen zu vertiefen, gut ergänzen.


Besonders wirkungsvoll im Zusammenspiel mit ...

Deine anderen Talente beeinflussen, wie du Kontakte knüpfst und was du daraus entwickelst.

  • Kontaktfreudigkeit + Kommunikationsfähigkeit (Communication): Du gehst gerne auf neue Menschen zu und findest Worte, mit denen du Gespräche lebendig und interessant gestalten kannst.
  • Kontaktfreudigkeit + Positive Einstellung (Positivity): Deine Freude an Begegnungen und deine Begeisterung können eine freundliche Atmosphäre schaffen, in der andere sich willkommen fühlen.
  • Kontaktfreudigkeit + Einzelwahrnehmung (Individualization): Du interessierst dich für neue Kontakte und nimmst zugleich wahr, was dein Gegenüber besonders macht. Dadurch kannst du individuell auf die Person eingehen.
  • Kontaktfreudigkeit + Strategie (Strategic): Du stellst neue Verbindungen her und erkennst unterschiedliche Möglichkeiten, wie daraus eine Zusammenarbeit entstehen könnte.
  • Kontaktfreudigkeit + Bindungsfähigkeit (Relator): Du lernst gerne neue Menschen kennen und möchtest ausgewählte Beziehungen langfristig vertiefen.

Diese Beispiele beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine festen Persönlichkeitstypen. Wie sie sich tatsächlich zeigen, hängt von deinem gesamten Talentprofil, deinen Erfahrungen und der jeweiligen Situation ab.


Leadership-Merksatz

Du gehst auf Menschen zu und erleichterst den ersten Kontakt. Als Führungskraft nutzt du diese Offenheit, um Verbindungen aufzubauen, unterschiedliche Menschen einzubeziehen und gemeinsam aus Begegnungen eine verlässliche Zusammenarbeit zu entwickeln.

Porträt von Sandra Turner

Sandra Turner

Über die Autorin

Sandra Turner ist zertifizierte Gallup-Stärkencoachin, Leadership- und Teamcoach, Trainerin und Wirtschaftsmediatorin.

Sie begleitet Menschen dabei, ihre Talente zu entdecken, ihre persönliche Kombination zu verstehen und daraus echte Stärken zu entwickeln.