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#24 Selbstbewusstsein (Self-Assurance)

Du vertraust deinem Urteil und gehst deinen Weg.

Du traust dir den nächsten Schritt auch ohne Applaus zu

Selbstbewusstsein (Self-Assurance), Domäne: Einflussnahme (Influencing)

Seit einer Stunde sitzt ihr in einer Besprechung und diskutiert über dieselbe Entscheidung. Zwei Möglichkeiten stehen zur Auswahl, beide haben Vorteile, beide bergen Risiken. Die Zahlen sind geprüft, die Fachabteilungen wurden befragt und verschiedene Szenarien durchgespielt. Trotzdem möchte sich niemand festlegen. Ein Kollege schlägt eine weitere Analyse vor, eine Kollegin hätte gerne noch mehr Sicherheit.

Du verstehst die Bedenken, hast dir aber inzwischen ein Urteil gebildet: Die zweite Möglichkeit erscheint dir sinnvoller. Natürlich kannst du nicht garantieren, dass alles wie geplant läuft. Du traust dir jedoch zu, eine Entscheidung zu treffen und mit den Folgen umzugehen.

Wenn Selbstbewusstsein (Self-Assurance) zu deinen stärksten Gallup-Talenten gehört, kommt dir diese Haltung vielleicht bekannt vor. Du vertraust deinem Urteilsvermögen und brauchst möglicherweise weniger Bestätigung von außen.

Ratschläge können dir trotzdem wichtig sein, und selbstverständlich kannst auch du dich irren. Was dich häufig auszeichnet, ist die innere Zuversicht, selbst dann einen Weg zu finden, wenn noch nicht jede Frage beantwortet ist.


Das zeichnet dich aus

Du hörst dir unterschiedliche Meinungen an, prüfst Informationen und bildest dir irgendwann dein eigenes Urteil. Wenn du von einer Entscheidung überzeugt bist, brauchst du möglicherweise keine fünf weiteren Menschen, die sie absegnen. Vielleicht erzählt dir eine Kollegin von ihrer geplanten beruflichen Veränderung. Sie hat bereits ihre Familie, mehrere Freunde, ihren ehemaligen Chef und zwei Kollegen gefragt. Jetzt kennt sie jede Menge Meinungen, weiß aber noch immer nicht, was sie tun soll.

Dich interessiert vor allem, was sie selbst möchte. Schließlich muss sie mit ihrer Entscheidung leben. Auch bei deinen eigenen Entscheidungen spielt diese innere Orientierung häufig eine wichtige Rolle.

Du traust dir zu, mit neuen oder schwierigen Situationen umzugehen, übernimmst Aufgaben mit offenen Fragen und schlägst gelegentlich einen Weg ein, den andere zunächst skeptisch betrachten.

Dafür musst du keineswegs besonders laut auftreten. Selbstbewusstsein kann ausgesprochen ruhig wirken. Vielleicht verspürst du gar nicht das Bedürfnis, andere ständig von deiner Sicherheit zu überzeugen.


Die Superkraft

Du vertraust deinem Urteil und kannst auch bei Unsicherheit Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.

Eine erfahrene Führungskraft bekommt beispielsweise das Angebot, einen neuen Geschäftsbereich aufzubauen. Die Prozesse fehlen, wichtige Stellen sind unbesetzt und niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie sich der Bereich entwickeln wird.

Mehrere Kollegen raten ihr, lieber in ihrer sicheren Position zu bleiben. Sie hört sich die Argumente an, beschäftigt sich mit den Risiken und prüft, welche Fähigkeiten sie mitbringt.

Schließlich nimmt sie das Angebot an. Ihr ist bewusst, dass sie Unterstützung brauchen, Fehler machen und vieles dazulernen wird. Sie traut sich zu, damit umzugehen. Dieses Vertrauen kann Menschen mit Selbstbewusstsein helfen, auch unter unklaren Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Sie können einen eigenen Weg einschlagen, ohne zuvor die Zustimmung aller Beteiligten zu brauchen.


Typische Stärken

Menschen mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein können häufig besonders gut:

  • Dem eigenen Urteilsvermögen vertrauen
  • Auch bei Unsicherheit Entscheidungen treffen
  • Verantwortung für eigene Entscheidungen übernehmen
  • Unabhängig von der Zustimmung anderer handeln
  • Sich anspruchsvollen neuen Aufgaben stellen
  • In schwierigen Situationen innere Sicherheit bewahren
  • Eigene Überzeugungen selbstbewusst vertreten
  • Mit unklaren Situationen umgehen
  • Andere durch ihre Entschlossenheit ermutigen

Dieses Talent kann besonders hilfreich sein, wenn wichtige Informationen fehlen und trotzdem eine Entscheidung ansteht. Das passiert bei unternehmerischen Vorhaben ebenso wie in einer neuen Führungsrolle oder bei einer beruflichen Veränderung. Irgendwann bringt die nächste Analyse vielleicht kaum noch neue Erkenntnisse. Dann hilft es, wenn jemand bereit ist, die vorhandenen Informationen abzuwägen, sich festzulegen und Verantwortung zu übernehmen.


Mögliche Schattenseiten

Du hast eine Entscheidung getroffen und bist überzeugt, dass sie richtig ist. Ein Kollege meldet Bedenken an und nennt Informationen, die gegen deine Lösung sprechen.

Du hörst zu, bist gedanklich aber längst bei der Umsetzung. Einige Wochen später zeigt sich: Sein Hinweis hätte euch einiges erspart. Wer dem eigenen Urteil stark vertraut, kann andere Perspektiven gelegentlich zu schnell beiseiteschieben. Die eigene Einschätzung fühlt sich so schlüssig an, dass Gegenargumente kaum noch durchdringen.

Ähnlich kann es mit Unterstützung sein. Du hast schon viele schwierige Situationen gemeistert und gehst davon aus, dass du auch diese bewältigen wirst. Hilfe holst du dir deshalb vielleicht später, als es sinnvoll wäre.

Hinzu kommt deine Wirkung auf andere: Wenn du sehr entschieden auftrittst, können Kollegen glauben, ihre Meinung werde ohnehin nichts verändern. Manche beteiligen sich dann weniger oder behalten ihre Bedenken für sich.

Deine Entwicklungsaufgabe besteht darin, deinem Urteil zu vertrauen und für neue Informationen erreichbar zu bleiben.

Eine Entscheidung zu korrigieren gehört dazu. Du kannst dir selbst vertrauen und zugleich anerkennen, dass jemand anderes gerade einen wichtigen Punkt sieht.


Führung mit diesem Talent

Als Führungskraft kannst du deinem Team Orientierung geben, wenn die Lage schwierig wird. Kündigt ein wichtiger Kunde kurzfristig einen großen Auftrag, stehen plötzlich wirtschaftliche Fragen im Raum. Mitarbeitende sorgen sich um ihre Arbeitsplätze und möchten wissen, wie es weitergeht.

Vielleicht kannst du die Folgen noch nicht vollständig einschätzen, weißt aber bereits, welche nächsten Schritte notwendig sind. Du erklärst, was ihr prüfen werdet, welche Informationen noch fehlen und wann dein Team wieder von dir hört. Dabei vermittelst du Zuversicht, ohne etwas zu versprechen, das du nicht halten kannst.

Dein Vertrauen in eure Handlungsfähigkeit kann anderen helfen, sich ebenfalls auf die nächsten Schritte zu konzentrieren.

Achte darauf, dass neben deiner klaren Einschätzung genügend Raum für andere Perspektiven bleibt. Deine Mitarbeitenden kennen möglicherweise Risiken oder Zusammenhänge, die dir bisher entgangen sind. Wenn du ihre Hinweise aktiv einholst, schaffst du eine bessere Grundlage für deine Entscheidungen und zeigst, dass ihre Erfahrung zählt.


Mitarbeitende mit diesem Talent führen

Ein Mitarbeiter mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein kann eine große Unterstützung sein, wenn eigenständige Entscheidungen gefragt sind. Vielleicht übernimmt er gerne anspruchsvolle Projekte und fühlt sich wohl, wenn er ein klares Ziel bekommt und den Weg dorthin selbst gestalten darf.

Vereinbart deshalb frühzeitig, welche Entscheidungen er allein treffen kann und wann eine Abstimmung notwendig ist. Ein festgelegtes Budget oder klare Grenzen bei größeren Veränderungen schaffen Orientierung.

Ohne solche Absprachen entscheidet er möglicherweise selbstständig über Dinge, bei denen andere einbezogen werden müssten.

Rechne außerdem damit, dass er seine Einschätzung auch dann vertritt, wenn sie von deiner abweicht. Darin muss keine Respektlosigkeit liegen. Er kann schlicht überzeugt sein, gute Gründe für seinen Vorschlag zu haben.

Nimm die sachliche Diskussion auf und unterstütze ihn dabei, die Sichtweisen anderer ebenso gründlich zu berücksichtigen. Gerade in Teams ist wichtig, dass neben entschlossenen Stimmen auch die leiseren gehört werden.


Zusammenarbeit im Team

Ein Projektteam muss sich entscheiden, die Informationen sind lückenhaft und die Zeit wird knapp.

Ein Kollege mit Selbstbewusstsein schlägt einen konkreten Weg vor. Seine Einschätzung bringt Bewegung in die Diskussion, weil die anderen nun etwas haben, das sie prüfen können.

Dabei entdeckt eine Kollegin ein Risiko. Der Kollege hört ihr zu und erkennt, dass ihr Hinweis eine Anpassung nötig macht. Gemeinsam entwickeln sie seinen Vorschlag weiter. So können Entschlossenheit und sorgfältige Prüfung einander ergänzen.

Menschen mit Selbstbewusstsein helfen einem Team häufig dabei, sich festzulegen und ins Handeln zu kommen. Besonders wertvoll wird ihr Beitrag, wenn andere weiterhin mitdenken, widersprechen und Verbesserungen vorschlagen können.

Deine Sicherheit darf der Anfang einer guten Diskussion sein, ohne schon ihr Ende festzulegen.


Kommunikation

Vielleicht formulierst du deine Einschätzungen sehr klar. Du sagst, dass du dir eine Aufgabe zutraust, einen Weg für richtig hältst oder dich entschieden hast. Das kann anderen Orientierung geben, gerade wenn vorher viel Unsicherheit im Raum war.

Allerdings hören Menschen aus einer entschlossenen Aussage manchmal mehr heraus, als du beabsichtigst. Mit „Ich weiß schon, was ich tue“ möchtest du vielleicht ausdrücken, dass du gründlich nachgedacht hast. Bei deinem Gegenüber kommt möglicherweise an, dass du keine weiteren Hinweise hören möchtest.

Hilfreicher ist es, deine Überlegungen nachvollziehbar zu machen und ausdrücklich Raum für Ergänzungen zu lassen. Beispielsweise: „Ich habe mir die Entscheidung gut überlegt und halte diesen Weg für sinnvoll. Wenn du noch wichtige Informationen hast, höre ich sie mir gerne an.“ Du bleibst klar in deiner Position und machst zugleich deutlich, dass ein Gespräch mit dir etwas bewirken kann.


Typische Missverständnisse

„Du bist arrogant.“

Wer seinem Urteil vertraut, hält sich deshalb nicht automatisch für besser als andere. Innere Sicherheit kann von außen dennoch so wirken, besonders wenn die eigenen Überlegungen kaum erklärt werden.


„Du brauchst keine Unterstützung.“

Auch sehr eigenständige Menschen profitieren von Feedback, Zusammenarbeit und fachlicher Hilfe.


„Du zweifelst niemals.“

Selbstbewusstsein schließt Unsicherheit nicht aus. Vielleicht gelingt es dir lediglich, trotz offener Fragen zu entscheiden.


„Du bist immer mutig.“

Auch Menschen mit diesem Talent können Angst haben. Ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten kann ihnen helfen, sich einer Herausforderung trotzdem zu stellen.


„Du hast immer recht.“

Eine überzeugend vertretene Einschätzung kann sich als falsch erweisen. Entscheidend ist, ob jemand neue Informationen ernst nimmt und bereit ist, aus Fehlern zu lernen.


Stressauslöser

Wenn du dauerhaft das Gefühl hast, dass deinem Urteil nicht vertraut wird, kann dich das unter Druck setzen.

Mögliche Stressauslöser sind:

  • Ständige Kontrolle bei eigenständigen Aufgaben
  • Entscheidungen, die immer wieder infrage gestellt werden
  • Fehlende Handlungsspielräume
  • Ein Arbeitsumfeld, in dem jede Kleinigkeit genehmigt werden muss
  • Führungskräfte, die Eigeninitiative kaum zulassen
  • Dauerhafte Abhängigkeit von der Zustimmung anderer
  • Verantwortung ohne entsprechende Entscheidungsbefugnisse
  • Das Gefühl, dass eigene Einschätzungen grundsätzlich nicht ernst genommen werden

Besonders frustrierend kann es sein, für ein Ergebnis verantwortlich zu sein und bei jedem Schritt um Erlaubnis bitten zu müssen. Du möchtest dein Urteilsvermögen einsetzen und entsprechend handeln dürfen.

Gleichzeitig gehören Abstimmungen in vielen Organisationen zur Aufgabe. Andere Abteilungen tragen ebenfalls Verantwortung, verfolgen eigene Ziele und müssen die Folgen einer Entscheidung mittragen.

Klare Zuständigkeiten helfen dabei, eigenständiges Handeln und notwendige Zusammenarbeit miteinander zu verbinden.


So führst du jemanden mit diesem Talent

Gib der Person Aufgaben, bei denen sie ihr Urteilsvermögen tatsächlich einsetzen kann. Vereinbart ein klares Ziel, angemessene Entscheidungsbefugnisse und die Punkte, an denen ihr euch abstimmt.

Danach braucht es auch das Vertrauen, sie innerhalb dieses Rahmens arbeiten zu lassen. Informationen, Rückmeldungen und Unterstützung bleiben trotzdem wichtig.

Vor einer größeren Entscheidung könnt ihr beispielsweise besprechen, welche Perspektiven berücksichtigt werden sollten und wer hilfreiche Erfahrungen beisteuern kann. So förderst du eigenständiges Denken und sorgst zugleich dafür, dass wichtige Hinweise einfließen.

Wenn du dagegen jede Einzelentscheidung nachprüfst, entsteht schnell der Eindruck, dass der zugesagte Handlungsspielraum nur auf dem Papier besteht. Verlässliche Absprachen geben beiden Seiten Sicherheit und schaffen Platz für verantwortliches Handeln.


Reflexionsübung

Deinem Urteil vertrauen und trotzdem offen bleiben:

Denke an eine wichtige Entscheidung aus den vergangenen Wochen. Vielleicht betraf sie ein Projekt, eine berufliche Veränderung oder eine schwierige Situation im Team.

Nimm dir ein paar Minuten für die Beantwortung dieser Fragen:

1. Was hat mir bei dieser Entscheidung Sicherheit gegeben?

Vielleicht waren es deine Erfahrung, dein Fachwissen oder frühere Erfolge.

2. Welche Informationen habe ich berücksichtigt?

Überlege, welche Perspektiven und möglichen Risiken du geprüft hast.

3. Wie stark habe ich auf mein eigenes Urteil vertraut?

Warst du schon früh überzeugt oder hat sich deine Einschätzung erst nach und nach entwickelt?

4. Welche Rückmeldungen anderer Menschen habe ich einbezogen?

Erinnere dich an Hinweise, die deine Sicht ergänzt oder verändert haben.

5. Was würde ich beim nächsten Mal genauso machen und was vielleicht anders?

Möglicherweise möchtest du früher entscheiden oder gezielter weitere Perspektiven einholen. Mit dieser Übung kannst du nachvollziehen, worauf deine Sicherheit beruht und wie du sie sinnvoll nutzt. Dein Urteilsvermögen entwickelt sich auch dadurch weiter, dass du deine Entscheidungen im Rückblick prüfst und aus deinen Erfahrungen lernst.


Praxisbeispiel

Eine erfahrene Führungskraft bekommt das Angebot, eine neue Abteilung aufzubauen. Bisher leitet sie ein eingespieltes Team mit klaren Aufgaben und funktionierenden Abläufen. In der neuen Position müsste sie Strukturen schaffen, mehrere Stellen besetzen und hohe Erwartungen der Geschäftsführung erfüllen. Einige Kollegen fragen sich, warum sie ihre gute Position dafür aufgeben möchte.

Die Führungskraft nimmt diese Bedenken ernst, spricht mit Menschen, die ähnliche Aufgaben übernommen haben, und beschäftigt sich mit den Herausforderungen. Schließlich sagt sie zu.

Sie kann längst nicht alles vorhersehen, traut sich aber zu, mit Schwierigkeiten umzugehen. In den ersten Monaten braucht sie dieses Vertrauen tatsächlich: Prozesse müssen mehrfach angepasst werden, das neue Team muss zusammenfinden und manche Entscheidung bewährt sich nicht. Sie holt Rückmeldungen ein, korrigiert ihr Vorgehen und entwickelt mit den Mitarbeitenden bessere Lösungen.

Mit der Zeit entstehen verlässliche Abläufe, die Menschen finden ihre Rollen und die Abteilung arbeitet erfolgreich. Die Führungskraft ist stolz darauf, sich diese Aufgabe zugetraut und unterwegs dazugelernt zu haben. Ihr Selbstbewusstsein hat ihr geholfen, Verantwortung zu übernehmen, obwohl der Weg anfangs noch offen war.


Woran erkennst du dieses Talent in den ersten fünf Minuten eines Gesprächs?

Vielleicht spricht dein Gegenüber auffallend ruhig über eine schwierige Entscheidung. Die Person wusste, dass es Risiken gab, und hat sich die Aufgabe trotzdem zugetraut. Sie erzählt, dass sie andere Meinungen eingeholt, am Ende aber selbst entschieden hat.

Möglicherweise fällt dir auf, wie wenig Bestätigung sie für ihre Wahl erwartet. Aussagen wie „Ich wusste, dass dieser Weg für mich passt“ oder „Ich habe darauf vertraut, eine Lösung zu finden“ können Hinweise geben.

Aus einem selbstsicheren Auftritt allein lässt sich dieses Talent jedoch nicht ableiten. Berufserfahrung, Vorbereitung oder die Anforderungen einer bestimmten Rolle können ebenfalls dazu führen, dass jemand überzeugend auftritt.

Interessant ist deshalb, was hinter dem Verhalten steckt: Empfindet die Person ganz selbstverständlich ein starkes Vertrauen in ihr eigenes Urteil? Solche Beobachtungen können neugierig machen, ersetzen aber keine fundierte Talentanalyse.


Achtung, Verwechslungsgefahr!

Selbstbewusstsein (Self-Assurance) oder Überzeugung (Belief)

Beide Talente können dazu beitragen, dass Menschen entschlossen auftreten und ihren Weg verfolgen.

Bei Selbstbewusstsein steht häufig das Vertrauen in die eigene Einschätzung und Entscheidungsfähigkeit im Vordergrund.

Menschen mit Überzeugung orientieren sich besonders an ihren grundlegenden persönlichen Werten.

Überlegen zwei Führungskräfte, ob sie ein Projekt übernehmen sollen, kann die eine vor allem darauf vertrauen, die Aufgabe bewältigen und einen geeigneten Weg finden zu können. Für die andere ist ausschlaggebend, dass das Vorhaben zu dem passt, was ihr wichtig ist. Beide engagieren sich mit großer Entschlossenheit, ihre Beweggründe unterscheiden sich jedoch.

Merksatz: Selbstbewusstsein vertraut auf das eigene Urteil. Überzeugung orientiert sich an persönlichen Werten.

Sind beide Talente stark ausgeprägt, können sich innere Sicherheit und eine klare Werteorientierung gut ergänzen.


Besonders wirkungsvoll im Zusammenspiel mit ...

Wie sich Selbstbewusstsein zeigt, hängt auch davon ab, welche anderen Talente du mitbringst.

  • Selbstbewusstsein + Strategie (Strategic): Du vertraust deinem Urteil und erkennst unterschiedliche Wege, auf denen du ein Ziel erreichen kannst.
  • Selbstbewusstsein + Analytisch (Analytical): Du entscheidest eigenständig und prüfst zugleich Daten und Zusammenhänge sorgfältig.
  • Selbstbewusstsein + Zukunftsorientierung (Futuristic): Du entwickelst eine Vorstellung davon, was künftig möglich sein könnte, und traust dir zu, neue Wege dorthin einzuschlagen.
  • Selbstbewusstsein + Verantwortungsgefühl (Responsibility): Du triffst eigene Entscheidungen und nimmst deine Zusagen und Verpflichtungen besonders ernst.
  • Selbstbewusstsein + Einzelwahrnehmung (Individualization): Du vertraust deiner Einschätzung und berücksichtigst dabei, wie unterschiedlich Menschen sind und was sie jeweils brauchen.

Diese Kombinationen beschreiben mögliche Zusammenhänge, keine festen Persönlichkeitstypen. Dein gesamtes Talentprofil, deine Erfahrungen und die jeweilige Situation prägen mit, wie du handelst.


Leadership-Merksatz

Du vertraust deinem Urteil und bleibst auch bei Unsicherheit handlungsfähig. Als Führungskraft gibst du damit Orientierung, übernimmst Verantwortung für deine Entscheidungen und bleibst offen für Informationen, die deinen Blick erweitern.

Porträt von Sandra Turner

Sandra Turner

Über die Autorin

Sandra Turner ist zertifizierte Gallup-Stärkencoachin, Leadership- und Teamcoach, Trainerin und Wirtschaftsmediatorin.

Sie begleitet Menschen dabei, ihre Talente zu entdecken, ihre persönliche Kombination zu verstehen und daraus echte Stärken zu entwickeln.