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#26 Wettbewerbsorientierung (Competition)

Du willst dich mit den Besten messen.

Wenn jemand vor dir liegt, packt dich der Ehrgeiz

Wettbewerbsorientierung (Competition), Domäne: Einflussnahme (Influencing)

Beim Firmenlauf hast du dir vorgenommen, die fünf Kilometer in weniger als dreißig Minuten zu schaffen. Du hast regelmäßig trainiert, und tatsächlich: Nach 28 Minuten und 40 Sekunden überquerst du die Ziellinie. Du bist zufrieden, bis du auf die Ergebnisliste schaust.

Deine Kollegin war zwölf Sekunden schneller. Zwölf Sekunden! Du gratulierst ihr, aber während ihr gemeinsam etwas trinkt, überlegst du bereits, was beim nächsten Mal drin wäre. Mehr Intervalle? Ein anderes Training? Vielleicht lohnt sich ein Blick auf deine Lauftechnik. Deine Kollegin versteht die Aufregung nicht ganz, schließlich hast du dein Ziel erreicht. Stimmt. Aber jetzt hast du einen zusätzlichen Ansporn.

Wenn Wettbewerbsorientierung (Competition) zu deinen stärksten Gallup-Talenten gehört, kommt dir das möglicherweise bekannt vor. Du möchtest wissen, wie gut deine Leistung im Vergleich zu anderen ist. Klare Maßstäbe helfen dir, dich einzuordnen, und die Aussicht, dich mit anderen zu messen, kann deinen Ehrgeiz wecken.

Dabei brauchst du keinen täglichen Wettkampf mit deinen Kollegen. Vielleicht orientierst du dich an den Besten deiner Branche oder an Menschen, deren Leistungen du bewunderst. Du siehst, was möglich ist, und möchtest herausfinden, wie weit du selbst kommen kannst.


Das zeichnet dich aus

Du bekommst eine neue Aufgabe und möchtest sie gut erledigen. Sobald du erfährst, dass ein anderes Team dabei besonders erfolgreich war, wird die Sache für dich noch interessanter.

  • Was haben die anders gemacht?
  • Was lässt sich davon lernen?
  • Und könnte dein Team das Ergebnis vielleicht sogar übertreffen?

Solche Vergleiche können bei dir zusätzliche Energie freisetzen. Ranglisten, Wettbewerbe und klare Leistungskennzahlen geben dir eine Orientierung, mit der du etwas anfangen kannst. Ein allgemeines „Das läuft schon ganz gut“ lässt dich womöglich etwas ratlos zurück. Wie gut genau?

Stell dir vor, du arbeitest im Vertrieb und erfährst, dass eine andere Region deutlich bessere Ergebnisse erzielt hat. Während manche Kollegen diese Information zur Kenntnis nehmen und weiterarbeiten, möchtest du genauer hinschauen. Du interessierst dich für die Vorgehensweise des anderen Teams und überlegst, was ihr selbst verbessern könntet.

Ein anspruchsvoller Vergleich macht ein Ziel für dich oft erst richtig reizvoll.


Die Superkraft

Du kannst die Leistung anderer als Ansporn nutzen und damit Verbesserungen in Bewegung bringen.

Ein Beispiel: Dein Standort bekommt seit Monaten gute Rückmeldungen von Kunden. Das Team ist zufrieden, die Abläufe funktionieren. Beim Vergleich der Ergebnisse fällt dir auf, dass ein anderer Standort noch bessere Bewertungen erhält. Du greifst zum Telefon und fragst nach. Dabei erfährst du, dass die Kollegen bestimmte Kundenanfragen anders bearbeiten und Rückmeldungen konsequenter auswerten. Gemeinsam mit deinem Team prüfst du, welche Ideen zu euch passen. Ihr verändert einige Abläufe, und nach mehreren Monaten steigt eure Kundenzufriedenheit. Der Vergleich hat euch auf Möglichkeiten aufmerksam gemacht, die ihr sonst vielleicht übersehen hättet.

Du siehst gute Leistungen und bekommst Lust, selbst noch besser zu werden.

Wenn du diesen Antrieb mit Offenheit verbindest, kannst du viel von anderen lernen und dein Team für anspruchsvolle Ziele gewinnen.


Typische Stärken

Menschen mit ausgeprägter Wettbewerbsorientierung können häufig besonders gut:

  • Sich an anspruchsvollen Leistungsmaßstäben orientieren
  • Aus Vergleichen Motivation entwickeln
  • Ehrgeizige Ziele verfolgen
  • Eigene Leistungen anhand geeigneter Vergleichsdaten realistisch einordnen
  • Von erfolgreichen Menschen und Teams lernen
  • Sich durch Herausforderungen zusätzlich anspornen lassen
  • Fortschritte anhand klarer Ergebnisse messen
  • Hohe Leistungsbereitschaft in Wettbewerben zeigen
  • Andere für gemeinsame Herausforderungen begeistern

Dieses Talent kann besonders dort hilfreich sein, wo sich Ergebnisse sinnvoll vergleichen lassen: im Vertrieb, im Sport, bei Leistungswettbewerben oder in Projekten mit klaren, fairen Erfolgskriterien.

Ein erreichtes Ziel freut dich. Zusätzlich möchtest du wissen, wie anspruchsvoll dieses Ergebnis im Vergleich zu anderen Leistungen ist.


Mögliche Schattenseiten

Ein Projekt ist abgeschlossen, der Kunde begeistert und dein Team stolz auf die Zusammenarbeit. Deine Führungskraft bedankt sich ausdrücklich. Dann erfährst du, dass ein anderes Team bei einem ähnlichen Projekt noch bessere Kennzahlen erzielt hat. Auf einmal schmeckt der eigene Erfolg ein bisschen schal. Du suchst nach Fehlern, obwohl ihr sehr gute Arbeit geleistet habt.

Wenn du dich ständig an der besten verfügbaren Leistung misst, wird es schwer, mit einem Ergebnis zufrieden zu sein. Irgendwo findet sich fast immer jemand, der noch besser abschneidet.

Auch die Zusammenarbeit kann leiden, wenn dir die eigene Platzierung zu wichtig wird. Vielleicht behältst du eine hilfreiche Information für dich oder empfindest den Erfolg eines Kollegen zunächst als persönliche Niederlage.

Dazu kommt: Eine Rangliste erzählt selten die ganze Geschichte. Ein Vertriebsteam betreut möglicherweise die kaufkräftigeren Kunden, eine andere Abteilung hat mehr Personal oder ein größeres Budget. Ohne diese Unterschiede zu berücksichtigen, wird aus einem Vergleich schnell ein schiefes Bild.

Nutze deinen Ehrgeiz, aber behandle deine Platzierung nicht wie ein Urteil über deinen Wert.

Du kannst hervorragende Arbeit leisten und trotzdem auf Platz zwei landen.


Führung mit diesem Talent

Als Führungskraft kannst du mit deinem Ehrgeiz viel bewegen. Du setzt anspruchsvolle Ziele, interessierst dich für Ergebnisse und möchtest mit deinem Team erfolgreich sein. Hat deine Abteilung im vergangenen Jahr ihre Ziele knapp verfehlt, schaust du dir an, wie besonders erfolgreiche Teams arbeiten. Gemeinsam mit deinen Mitarbeitenden prüfst du deren Vorgehensweisen und entwickelst einen konkreten Plan.

Dein Zutrauen kann dabei ansteckend sein: Du hältst mehr für möglich und bist bereit, dich dafür einzusetzen.

Allerdings freut sich nicht jeder im Team über eine neue Rangliste. Manche Mitarbeitende motiviert der Vergleich, andere möchten vor allem Kunden gut betreuen, fachlich dazulernen oder ein vereinbartes Ziel zuverlässig erreichen.

Wer sich ständig bewertet fühlt, wird möglicherweise vorsichtiger, statt mutiger zu werden.

Finde heraus, wen Wettbewerb tatsächlich anspornt.

Dann kannst du ihn gezielt einsetzen und zugleich dafür sorgen, dass Offenheit, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung erhalten bleiben.


Mitarbeitende mit diesem Talent führen

Ein Mitarbeiter mit Wettbewerbsorientierung möchte häufig genauer wissen, wie seine Ergebnisse einzuordnen sind. Ein freundliches „Gut gemacht“ freut ihn vielleicht, lässt aber seine eigentliche Frage offen: Wie gut war es?

Gib ihm nachvollziehbare Rückmeldungen und anspruchsvolle Vergleichsmöglichkeiten. Aufgaben mit messbaren Ergebnissen oder Projekte mit klaren Leistungszielen können gut zu ihm passen. Entscheidend ist, dass die Maßstäbe fair sind und die Beteiligten vergleichbare Voraussetzungen haben.

Achte außerdem darauf, welchen Wettbewerb du förderst. Wenn nur die persönliche Platzierung zählt, kann die Unterstützung unter Kollegen zu kurz kommen.

Gemeinsame Teamziele und die Anerkennung hilfreicher Zusammenarbeit geben seinem Ehrgeiz eine Richtung, von der mehrere Menschen profitieren. Er kann genauso viel Freude daran haben, mit seinem Team erfolgreich zu sein, wie selbst vorne zu liegen.


Zusammenarbeit im Team

Zwei Teams sollen ihre Bearbeitungszeiten verbessern.

Ein Kollege mit Wettbewerbsorientierung schlägt vor, die Ergebnisse regelmäßig zu vergleichen und daraus eine gemeinsame Herausforderung zu machen. Einige sind sofort dabei, andere haben Bedenken: Was passiert mit der Qualität, wenn plötzlich jede Minute zählt?

Der Einwand ist berechtigt. Ihr entscheidet deshalb, neben der Geschwindigkeit auch Fehlerquote und Kundenzufriedenheit zu berücksichtigen. Außerdem prüft ihr, ob die Ausgangsbedingungen tatsächlich vergleichbar sind. Nach einigen Wochen machen beide Teams Fortschritte und tauschen aus, welche Veränderungen geholfen haben.

Der Wettbewerb bringt Bewegung in die Abläufe, während der Erfahrungsaustausch dafür sorgt, dass alle dazulernen. So kann dieses Talent Zusammenarbeit bereichern. Voraussetzung sind faire Regeln und die Bereitschaft, Wissen zu teilen.

Das gemeinsame Ergebnis muss auch dann zählen, wenn das andere Team am Ende vorne liegt.


Kommunikation

Du möchtest wissen, wie ihr abgeschnitten habt, was die Besten anders machen und was für eine bessere Platzierung nötig wäre.

Diese Fragen können helfen, Leistungen einzuordnen und neue Möglichkeiten zu entdecken.

Der Zeitpunkt macht allerdings einen Unterschied. Erzählt dir eine Kollegin stolz, dass sie ihr Jahresziel erreicht hat, und du fragst sofort nach ihrem Platz im Teamvergleich, kann das ihre Freude ziemlich schnell dämpfen. Du meinst vielleicht: „Das klingt spannend, erzähl mir mehr.“ Bei ihr kommt womöglich an: „Dein Erfolg reicht noch nicht.“

Erkenne deshalb zunächst an, was sie geschafft hat und wie viel Arbeit darin steckt. Falls ein Vergleich sinnvoll ist, könnt ihr später darüber sprechen.

Manchmal darf ein Erfolg einfach gefeiert werden, bevor jemand die Tabelle öffnet.


Typische Missverständnisse

„Du möchtest immer gewinnen.“

Sich gerne mit anderen zu messen bedeutet nicht, aus jeder Situation einen Wettkampf zu machen. Auch Menschen mit Wettbewerbsorientierung können einen Spieleabend genießen, ohne anschließend eine Jahreswertung anzulegen.


„Du gönnst anderen ihren Erfolg nicht.“

Der Wunsch, selbst erfolgreich zu sein, schließt Anerkennung und Bewunderung für andere nicht aus. Ihre Leistungen können gerade deshalb so interessant sein, weil sie neue Maßstäbe setzen.


„Dir geht es nur um Zahlen.“

Messbare Ergebnisse geben Orientierung, doch die Bereiche, in denen sich jemand messen möchte, können sehr unterschiedlich sein.


„Du bist ein schlechter Teamplayer.“

Viele Menschen mit diesem Talent lieben es, gemeinsam mit anderen anzutreten und als Team erfolgreich zu sein.


„Du musst überall der Beste sein.“

Häufig richtet sich der Ehrgeiz auf bestimmte Bereiche, die der Person wichtig sind. Wer im Beruf gerne vorne liegt, muss deshalb beim Kuchenbacken noch lange keinen Wettbewerb eröffnen.


Stressauslöser

Unklare Maßstäbe oder fehlende Herausforderungen können für Menschen mit Wettbewerbsorientierung frustrierend sein. Sie investieren viel und möchten erkennen können, was dabei herauskommt.

Mögliche Stressauslöser sind:

  • Unklare oder widersprüchliche Erfolgskriterien
  • Fehlende Möglichkeiten, Leistungen einzuordnen
  • Unfaire Wettbewerbsbedingungen
  • Ziele ohne erkennbare Herausforderung
  • Ein Arbeitsumfeld, in dem besondere Leistungen nicht sichtbar werden
  • Vergleiche, bei denen wichtige Rahmenbedingungen ignoriert werden
  • Dauerhaft fehlende Rückmeldungen zu Ergebnissen
  • Situationen, in denen persönlicher Einsatz kaum Einfluss auf das Ergebnis hat

Gleichzeitig lässt sich nicht jede gute Leistung sinnvoll in einer Kennzahl abbilden. Bei kreativen Aufgaben, komplexen Projekten oder langfristigen Kundenbeziehungen zeigen einfache Vergleiche oft nur einen Ausschnitt.

Hilfreich ist deshalb die Frage, was ein Maßstab tatsächlich sichtbar macht und was dabei unter den Tisch fällt.


So führst du jemanden mit diesem Talent

Vereinbart möglichst konkret, woran Erfolg zu erkennen ist und welche Vergleichswerte sinnvoll sind.

Die Ziele sollten anspruchsvoll, erreichbar und unter fairen Bedingungen beeinflussbar sein.

Besprecht regelmäßig die Ergebnisse und schaut dabei über die Platzierung hinaus:

  • Welche Vorgehensweise hat funktioniert?
  • Was lässt sich von besonders erfolgreichen Kollegen lernen?
  • Was könnte auch in anderen Bereichen helfen?

So wird der Vergleich zur Grundlage für Entwicklung.

Achte dabei auf die Zusammenarbeit. Gemeinsame Teamziele und die ausdrückliche Anerkennung von Menschen, die andere unterstützen, verhindern, dass nur Einzelergebnisse Aufmerksamkeit bekommen. Zeige deinem Mitarbeiter, wie sein Ehrgeiz zum Erfolg des gesamten Teams beitragen kann. Dann bekommt er die Herausforderung, die ihn reizt, und erlebt zugleich, welchen Unterschied sein Beitrag für andere macht.


Reflexionsübung

Übung: Wettbewerb als Antrieb nutzen.

Denke an eine Situation, in der du dich mit anderen verglichen hast, etwa im Beruf, beim Sport oder bei einer persönlichen Herausforderung.

Stell dir folgende Fragen:

1. Was hat mich an diesem Vergleich besonders motiviert?

Vielleicht war es die Aussicht auf ein anspruchsvolles Ergebnis oder die Möglichkeit, von erfolgreichen Menschen zu lernen.

2. War der Vergleich fair?

Überlege, ob die Beteiligten ähnliche Voraussetzungen hatten.

3. Was habe ich durch den Vergleich gelernt?

Möglicherweise hast du eine neue Methode entdeckt oder konntest deine Leistung besser einschätzen.

4. Wie habe ich auf das Ergebnis reagiert?

Konntest du anerkennen, was du geschafft hast, auch wenn jemand anderes besser war?

5. Wie könnte ich Wettbewerb künftig sinnvoller einsetzen?

Vielleicht möchtest du dich gezielter an Menschen orientieren, von denen du lernen kannst, oder gemeinsam mit anderen ein Ziel verfolgen. Dein Ehrgeiz darf bleiben.

Die Übung hilft dir, bewusster damit umzugehen und zu erkennen, wann ein Vergleich dich weiterbringt und wann er dich vor allem unter Druck setzt.


Praxisbeispiel

Eine erfahrene Vertriebsleiterin übernimmt ein Team, das seit Jahren solide Ergebnisse erzielt. Die Mitarbeitenden sind engagiert, die Kundenbeziehungen funktionieren und die Jahresziele werden meistens erreicht. Bei einem Blick auf die Zahlen anderer Regionen entdeckt sie ein Team, das unter vergleichbaren Bedingungen deutlich erfolgreicher ist.

Das macht sie neugierig. Sie nimmt Kontakt mit der dortigen Vertriebsleitung auf und erfährt, dass die Kollegen Kundenbesuche anders vorbereiten und bestimmte Informationen systematischer auswerten.

Die beiden Teams organisieren einen Erfahrungsaustausch, stellen ihre Vorgehensweisen vor und prüfen, welche Methoden sich übertragen lassen.

Anschließend verändert das Team der Vertriebsleiterin einige Abläufe. Nach mehreren Monaten verbessern sich die Ergebnisse.

Für die Mitarbeitenden wird sichtbar, was sie durch den Austausch gewonnen haben.

Die Vertriebsleiterin freut sich über die besseren Zahlen und darüber, dass ihr Interesse am Vergleich einen hilfreichen Lernprozess angestoßen hat. Ihr Ehrgeiz hat sie dazu gebracht, genauer hinzuschauen und die Möglichkeiten anderer auch für das eigene Team zu nutzen.


Woran erkennst du dieses Talent in den ersten fünf Minuten eines Gesprächs?

Dein Gegenüber spricht mit besonderem Interesse über Ergebnisse, Platzierungen oder anspruchsvolle Herausforderungen. Vielleicht fragt die Person, wie andere abgeschnitten haben, was die Besten anders machen oder wo ihre eigene Leistung im Vergleich steht.

Sobald ein Wettbewerb zur Sprache kommt, wird sie aufmerksam und möchte mehr wissen.

Auch der Wunsch, beim nächsten Mal besser abzuschneiden, kann ein Hinweis sein. Daraus lässt sich allerdings noch kein Talentprofil ableiten.

Ein Mensch kann ehrgeizig sein, weil ihm ein bestimmtes Ziel gerade besonders wichtig ist. Vielleicht arbeitet er auch in einem Umfeld, in dem Vergleiche zum Alltag gehören.

Interessant ist deshalb, ob jemand von sich aus immer wieder Freude daran entwickelt, die eigene Leistung an anderen zu messen. Solche Beobachtungen können ein Gespräch eröffnen, ersetzen aber keine fundierte Talentanalyse.


Achtung, Verwechslungsgefahr!

Wettbewerbsorientierung (Competition) oder Höchstleistung (Maximizer)

Beide Talente können Menschen dazu bewegen, besonders gute Ergebnisse anzustreben. Der Maßstab unterscheidet sich jedoch häufig.

Menschen mit Wettbewerbsorientierung möchten wissen, wie sie im Vergleich zu anderen abschneiden.

Menschen mit Höchstleistung sehen vorhandene Qualität und möchten sie weiterentwickeln.

Stell dir zwei Mitarbeitende vor, die an einem neuen Produkt arbeiten. Der Kollege mit Wettbewerbsorientierung schaut besonders darauf, ob das Produkt die Angebote der wichtigsten Wettbewerber übertrifft. Die Kollegin mit Höchstleistung interessiert sich dafür, welche bereits guten Eigenschaften sich zu etwas Außergewöhnlichem ausbauen lassen. Beide können hohe Qualitätsansprüche haben, richten ihre Aufmerksamkeit aber auf unterschiedliche Dinge.

Merksatz: Wettbewerbsorientierung möchte im Vergleich gewinnen. Höchstleistung möchte aus guter Qualität etwas Hervorragendes machen.

Sind beide Talente bei einer Person stark ausgeprägt, können sich der Wunsch nach einer Spitzenplatzierung und die Freude an außergewöhnlicher Qualität gegenseitig verstärken.


Besonders wirkungsvoll im Zusammenspiel mit ...

Deine Wettbewerbsorientierung zeigt sich immer zusammen mit deinen anderen Talenten.

  • Wettbewerbsorientierung + Leistungsorientierung (Achiever): Du möchtest im Vergleich erfolgreich sein und bringst einen starken Antrieb mit, Aufgaben anzupacken und Ergebnisse zu erzielen.
  • Wettbewerbsorientierung + Strategie (Strategic): Ein anspruchsvoller Wettbewerb reizt dich, und du erkennst unterschiedliche Wege, die dich zum Ziel führen könnten.
  • Wettbewerbsorientierung + Fokus (Focus): Du möchtest vorne mitspielen und kannst deine Aktivitäten konsequent auf die dafür entscheidenden Ziele ausrichten.
  • Wettbewerbsorientierung + Höchstleistung (Maximizer): Du misst dich gerne mit anderen und erkennst zugleich, wie sich vorhandene Qualität weiterentwickeln lässt.
  • Wettbewerbsorientierung + Positive Einstellung (Positivity): Du hast Freude an Herausforderungen und kannst andere mit deiner Begeisterung für ein gemeinsames Ziel anstecken.

Diese Beispiele beschreiben mögliche Verbindungen, keine festen Persönlichkeitstypen. Wie du deine Talente tatsächlich einsetzt, hängt von deinem gesamten Talentprofil, deinen Erfahrungen und der jeweiligen Situation ab.


Leadership-Merksatz

Du lässt dich von starken Leistungen anspornen und weckst den Ehrgeiz, gemeinsam mehr zu erreichen. Als Führungskraft sorgst du für faire Maßstäbe, erkennst Erfolge an und nutzt Wettbewerb so, dass dein Team daran wächst.

Porträt von Sandra Turner

Sandra Turner

Über die Autorin

Sandra Turner ist zertifizierte Gallup-Stärkencoachin, Leadership- und Teamcoach, Trainerin und Wirtschaftsmediatorin.

Sie begleitet Menschen dabei, ihre Talente zu entdecken, ihre persönliche Kombination zu verstehen und daraus echte Stärken zu entwickeln.